Der 2. April ist ein besonderer Tag. Der Internationale Weltautismustag rückt Menschen in den Mittelpunkt, deren Art zu denken, zu fühlen und zu kommunizieren oft außerhalb gesellschaftlicher Normen liegt. Für mich ist dieser Tag zutiefst persönlich – nicht nur, weil ich selbst neurodivergent bin, sondern auch, weil ich Verantwortung übernommen habe: als Vorsitzender des neu gegründeten ADHS & Autismus Bundesverbands.
Meine eigene Diagnose im Erwachsenenalter hat vieles verändert – nicht mich, aber meinen Blick auf mich selbst. Ich habe gelernt, meine Bedürfnisse klarer zu benennen und meine Stärken bewusster zu nutzen. Und ich sehe heute mit umso größerem Nachdruck, wo unser System Menschen im Stich lässt, die einfach anders ticken.
Autistische Menschen erleben noch immer strukturelle Barrieren: beim Zugang zu Bildung, bei Diagnostik und Therapie, bei der Teilhabe am Arbeitsleben. Deshalb ist es so wichtig, dass wir nicht nur über Autismus sprechen, sondern mit autistischen Menschen – auf Augenhöhe und mit echtem Veränderungswillen.
Als Politiker in Datteln und als Bundesvorsitzender trete ich dafür ein, dass Neurodiversität nicht als Problem, sondern als Potenzial verstanden wird. Der Bundesverband steht dabei nicht nur für Interessenvertretung, sondern auch für Empowerment und Selbsthilfe. Wir wollen eine starke Stimme sein – für alle, die zu oft überhört werden.
Heute ist ein guter Tag, um zuzuhören. Und um endlich Strukturen zu schaffen, in denen Vielfalt gelebt werden kann – nicht trotz, sondern wegen unserer Unterschiede.
Lars Daniel Toschke
Vorsitzender des ADHS & Autismus Bundesverbands
Mitglied im Rat der Stadt Datteln (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
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